Modder: Historiker-Bericht ist Anlass für weiteren öffentlichen Diskurs zu Kopf

Der Bericht der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen zum Umgang mit dem Gedenken an den früheren Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf (SPD) liegt der SPD-Fraktion vor. Dazu erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder: „Das Fazit der Kommission, Hinrich Wilhelm Kopf sei heutzutage angesichts vollständig gewandelter politischer Rahmenbedingungen kein Vorbild mehr, ist Anlass für die Fortsetzung eines breiten politischen und gesellschaftlichen Diskurses. Wir werden darüber auch im Ältestenrat im Dezember mit den Vertretern der Landtagsfraktionen diskutieren.“

Johanne Modder kündigt an: „Die SPD-Fraktion wird sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen. Wir bereiten dazu eine öffentliche Podiumsdiskussion vor. Wir planen, dazu unter anderem Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, Michael Fürst als Vertreter der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens und die Autorin der Kopf-Biographie, Teresa Nentwig, einzuladen.“

Hinrich Wilhelm Kopf sei ein Mensch und Politiker, dessen Lebenslauf von großen Widersprüchen geprägt sei. „Das macht die Diskussion so schwierig“, sagt Johanne Modder. Einerseits habe Kopf Öffentlichkeit und Parlament über seine Vergangenheit in der NS-Zeit nicht die Wahrheit gesagt. Er habe mit seiner Arbeit während des Zweiten
2. Weltkriegs zweifellos Schuld auf sich geladen. Andererseits habe er unzweifelhaft wichtige Arbeit für die Gründung und den demokratischen Aufbau Niedersachsens geleistet, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende.