Modder: „Wir tun uns schwer damit, wenn der Platz vor dem Landtag seinen Namen behält“

Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hat heute über das weitere Verfahren zum Umgang mit Hinrich Wilhelm Kopf beraten. „Das Stimmungsbild in der Fraktion ist klar“, so die Fraktionsvorsitzende, Johanne Modder. „Wir tun uns schwer damit, wenn der Platz vor dem Landtag den Namen des ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf beibehält.“

Modder betont aber, dass es „Aufgabe des Bezirksrats Mitte der Stadt Hannover ist, über eine Umbenennung zu entscheiden“. Aus Respekt vor den Kommunalpolitikern in Hannover, habe die Fraktion deshalb entschieden, sich auf keinen alternativen Namen des jetzigen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes festzulegen.

In vielen Kommunen Niedersachsens wird derzeit die Debatte darüber geführt, wie man mit dem Erbe von Hinrich Wilhelm Kopf umgeht. „Landauf und landab wird gerade darüber beraten, ob Schulen, Straßen und Plätze umbenannt werden. Eine Diskussion, die sich nur auf den Platz vor dem Landtag konzentriert, greift zu kurz“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende. Deshalb werde die Fraktion gleich zu Beginn des Jahres unter der Federführung der Vizepräsidentin Dr. Gabriele Andretta zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen, die den Umgang mit dem Erbe Hinrich Wilhelm Kopfs und dessen Folgen zum Thema hat.
Als Gäste der Podiumsdiskussion der Veranstaltung am 14. Januar 2014 haben zugesagt:
• Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, da die Namensgebung von öffentlichen Plätzen, Straßen und Schulen in Verantwortung der Kommunen erfolgt.
• Prof. Dr. Joachim Perels, der sich als Historiker den Ruf eines renommierten Faschismusexperten erarbeitet hat und Sohn eines Widerstandskämpfers ist.
• Dr. Theresa Nentwig, die eine vielbeachtete Dissertation über Hinrich Wilhelm Kopf verfasste.
• Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Niedersachsen.
• Dr. Gabriele Andretta, Sozialwissenschaftlerin und Vizepräsidentin des Landtages.
• Klaus Wallbaum, Historiker und Journalist, der die Podiumsdiskussion moderieren wird.

Detaillierte Informationen zum Veranstaltungsablauf werden rechtzeitig zu Beginn des nächsten Jahres an die Vertreterinnen und Vertreter der Medien gesendet.