Therapeuten: „Befreiung vom Schulgeld muss kommen“

Bildunterschrift: Gruppenbild nach einem intensiven Meinungsaustausch (von links): Marc-Oliver Cyganek (Physiotherapeut in Leer), Hanne Modder, Sandra Meyer (Physiotherapeutin in Bingum), Klaudia Luitjens (Ergotherapeutin in Rhauderfehn), Markus Bley (Ergotherapeut in Leer), Sabine Cavic (Deutscher Verband für Ergotherapie), Angelika Langenhorst (Logopädin in Leer) und Edgar Lerch (Physiotherapieverband VDB). Bild: Schröder

Leer – „Wir sind uns einig, dass die Befreiung vom Schulgeld kommen muss, um die Situation von Therapeuten zu verbessern und damit die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.“ Das war das Fazit eines Gesprächs zwischen Hanne Modder und Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden aus dem ganzen Landkreis Leer. Eingeladen zu dem Gespräch hatte der Leeraner Ergotherapeut Markus Bley.
„Die Schulgeld-Befreiung von Erzieherinnen und Erziehern sowie in der Pflege haben wir schon beschlossen. Jetzt geht es darum, das auch bei Therapeuten so schnell wie möglich umzusetzen. So steht es im Koalitionsvertrag der Großen Koalition, und daran hält die SPD-Fraktion fest. Das ist natürlich auch eine Frage des Geldes“, sagte Modder.
Die Therapeutinnen und Therapeuten berichteten bei dem Gespräch mit Modder aus ihrem Alltag und äußerten ihre Sorgen. Neben dem Schulgeld sind geringe Verdienste, Nachwuchsmangel, Überlastung, veraltete Ausbildungs- und Prüfungsordnungen sowie lange Wartezeiten für Patienten die größten Probleme.
Modder will die Themen in den Fachgremien des Landtags und bei Gesundheitsministerin Carola Reimann ansprechen. Sorgen macht sie sich vor allem über Berichte in dem Gespräch, dass Therapeuten kaum noch Hausbesuche machen können, was mit langen Wegen in Ostfriesland und schlechten Vergütungssätzen zusammenhänge. „Ich mache bei Hausbesuchen Verlust“, berichtete eine Ergotherapeutin.
Die Abgeordnete bedankte sich nicht für das Gespräch, sondern freute sich sehr über eine Äußerung, die alle Gesprächsteilnehmer teilten: „Therapeut zu sein ist für uns eine Berufung.“