Landwirte: „Es geht alles viel zu schnell“

Im Gespräch (von links): SPD-Kreisvorsitzende Anja Troff-Schaffartzyk, Heino van Lengen, Hanne Modder, Aeike Freesemann, sein Vater Arno und Gerhard Berends. Bild: Schröder

Leer – Auf die Existenzsorgen von Landwirten im Landkreis Leer und in ganz Ostfriesland haben vier Landwirte der Initiative „Land schafft Verbindung“ in einem Gespräch mit Hanne Modder hingewiesen. „Wir verschließen uns neuen Herausforderungen nicht. Aber es geht derzeit viel zu schnell. Die Existenz vieler Höfe steht auf dem Spiel. Darum wollen wir mit unseren Aktionen die Gesellschaft wachrütteln“, meinten die Landwirte Aeike Freesemann, Arno Freesemann (beide Heinitzpolder), Heino van Lengen (Nortmoor) und Gerhard Berends (Wymeer). Modder hatte den Landwirten bei deren jüngster Aktion in Leer eine Gespräch angeboten und das Versprechen jetzt eingelöst. An dem Gespräch nahm auch die SPD-Kreisvorsitzende Anja Troff-Schaffarzyk teil.

Die Landwirte wiesen noch einmal eindringlich daraufhin, dass die aktuelle Düngeverordnung mit ihrer pauschalen Verringerung der Düngung um 20 Prozent ein wirtschaftliches Arbeiten auf vielen Höfen nicht mehr möglich mache. „Wir wissen, dass viele Landwirte darüber nachdenken, ihren Hof aufzugeben“, sagte Arno Freesemann. Die Landwirte wünschen sich eine Überarbeitung der Düngeverordnung, eine Überprüfung der Nitratmessstellen und weniger Bürokratie und Kosten bei der Anpassung der Betriebe zum Beispiel bei der Erweiterung der Lagerkapazitäten für Gülle und Silage.
Hanne Modder kann die Forderungen nachvollziehen: „Darum hat Niedersachsen ja eine Initiative gestartet, bei der Düngeverordnung das Verursacherprinzip anzuwenden und Grünlandbetriebe aus der pauschalen Düngereduzierung herauszunehmen“, so Modder.
Politik und die Interessenvertretungen der Landwirte hätten das Problem aber jahrelang verdrängt. „Wir dürfe
uns nicht wundern, dass die Europäische Union jetzt die Geduld verloren hat“, so Modder.
Die SPD-Politikerin warnte davor, zu sehr auf eine Anpassung des Messstellennetzes zu setzen. „Egal was bei der Überprüfung herauskommt: Das Ergebnis wird nicht die Lösung der Probleme sein. Da müssen wir uns ehrlich machen“, so Modder, „Die Landwirte werden auch Geld brauchen, um die Umstrukturierung hinzubekommen“. Damit sprach sie die Milliarde an, die die Bundesregierung den Landwirten über vier Jahre zur Verfügung stellen will. Die Landwirte haben das als „Rauskaufen“ oder „Schweigegeld“ bezeichnet und abgelehnt. „Wir wünschen uns, dass sich unsere Ertragslage über bessere Erzeugerpreise ändert, nicht über neue Subventionen“, meinten die vier Landwirte.
Hanne Modder bot ein weiteres Gespräch an, das im Mai stattfinden soll. „Wir werden im Gespräch bleiben. Es gibt noch viel zu besprechen“, sagte die Abgeordnete.