Gemeinsame Strategie für den Weg aus der Krise der Meyer-Werft

Eine Schiffsüberführung der Meyer-Werft auf der Ems. Bild: Schröder

Gemeinsame Presseerklärung der SPD-Landtagsabgeordneten Hanne Modder (Bunde) und des SPD-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Unterems, Markus Paschke.

Hannover/Papenburg – Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen auch die Meyer-Werft in Papenburg und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Anfang Mai sind viele Beschäftigte bereits in Kurzarbeit. Wann es wieder möglich sein wird, Kreuzfahrten zu unternehmen, ist derzeit nicht absehbar. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Aufträge der Werft.

„Die Lage auf dem Kreuzfahrtschiffmarkt ist derzeit äußerst problematisch mit starken Auswirkungen auf Reedereien und Werften. Deswegen ist es so wichtig jetzt gemeinsam an kurz- bis langfristigen Strategien aus der Krise zu arbeiten. Der Runde Tisch im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium kann dafür allerdings nur der erste Schritt sein. “, so Hanne Modder, SPD-Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag, und der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Paschke. Beide sehen diesen Markt auch als Schlüsselindustrie, vor allem für die technologische Weiterentwicklung von Antriebs- und Versorgungskonzepten für die gesamte maritime Wirtschaft. Im Hinblick auf die Zukunft werde es neue Herausforderungen für die Branche geben, so Modder und Paschke.An dem am Freitag auf Einladung von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann in Hannover stattgefundenen Treffen haben neben Hanne Modder und Markus Paschke auch der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem, Betriebsratsvorsitzender der EMS Maritim Service, Stefan Winterboer, der IG Metall-Bevollmächtigte Thomas Gelder, der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, die Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne), Werft-Geschäftsführer Tim Meyer, Anna Blumenberg (Meyer Werft), die beiden Landräte Matthias Groote (Leer) und André Burgdorf (Emsland) sowie Parlamentarier der CDU teilgenommen.

„Es gibt es durchaus Chancen, dass die Meyer-Werft gestärkt daraus hervorgeht“

„Es war eine Auftaktveranstaltung. Ziel des mehr als zweitstündigen Gesprächs war es, alle Beteiligten auf den gleichen Informationsstand zu bringen. Wir haben über die Marktentwicklung der Branche, die Auftragslage, die Liquiditätslage und die daraus resultierenden Herausforderungen gesprochen“, sagt Markus Paschke. Modder und Paschke sind sich einig, dass man nur gemeinsam und sozialpartnerschaftlich diese Krise bewältigen kann. Wichtig war das klare Bekenntnis aller Beteiligten, gemeinsam an Lösungen aus der Krise zu arbeiten. Wenn dies gelinge, gebe es durchaus Chancen, dass die Meyer-Werft gestärkt daraus hervorgehe.

„Stark und erfolgreich war die Meyer-Werft in der Vergangenheit immer, wenn die Werftleitung, die Arbeitnehmervertretung und die Politik an einem Strang gezogen haben“

„Etwaige Lösungsmodelle dürfen nicht nur kurzfristig greifen“, erläutern Modder und Paschke. Es müssten auch mittel- und langfristige Strategien, diskutiert werden, so die beiden Parlamentarier. Für kurzfristige Lösungen habe man einen großen Instrumentenkasten wie z.B. Kurzarbeit, Liquiditätshilfen, Steuerstundungen und vieles mehr, der sofort verfügbar sei. Die Meyer-Werft nehme bereits jetzt bei der Entwicklung von modernen Schiffsdesigns, Antriebs- und Steuertechniken zur Reduzierung von Emissionen eine Spitzenstellung ein. „Die Innovationsführerschaft muss ausgebaut und national sowie auf europäischer Ebene gefördert werden“, machen Modder und Paschke deutlich. „Stark und erfolgreich war die Meyer-Werft in der Vergangenheit immer, wenn die Werftleitung, die Arbeitnehmervertretung und die Politik an einem Strang gezogen haben.“

Das wünschen sich Modder und Paschke auch heute. Deshalb dürften Lösungen nicht einseitig auf Kosten der Stammbelegschaft und des Werftstandortes gehen, sind sich die beiden Sozialdemokraten einig. „Man darf nicht vergessen, dass die Stammbeschäftigten ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen Erfolges der Werft waren und sind“, so Hanne Modder und Markus Paschke. Und Fachkräfte würden in Zukunft noch dringender gebraucht werden. Jetzt seien kluge Ideen und vertrauensvolle Zusammenarbeit gefragt. Aus diesem Grund hätten alle Beteiligten des Runden Tisches Arbeitsaufträge mit nach Hause genommen.