Einsatz von mobilen Luftfiltern ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll

Leer/Hannover – Der Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen in Klassenräumen ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Alle Forderungen, Klassenräume flächendeckend damit zu versorgen, werden von der Mehrheit der Wissenschaftler aller Richtungen abgelehnt. Das meint die SPD-Landtagsabgeordnete Hanne Modder (Bunde). „Kultusminister Grant-Hendrik Tonne beobachtet die Diskussion in der Fachwelt genau. Derzeit ist es gerade im Sinne der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte nicht zu verantworten, durch die Anschaffung von mobilen Luftfiltergeräte in allen niedersächsischen Klassen ein trügerisches Sicherheitsgefühl zu schaffen. Wer das als „saudumm“ bezeichnet, liegt falsch“, so Modder.

Seit Monaten werde immer wieder der Einsatz von mobilen Luftfiltern gefordert. Als Beleg werde die Studie des Strömungswissenschaftlers Prof. Kähler herangezogen. Diese Studie ist in der Fachwelt höchst umstritten. „Das kann, das darf ein Minister nicht einfach missachten“, so Modder. Die Fachleute im Bundesumweltamt und im Landesgesundheitsamt beobachten die Fachdiskussion, „so dass wir immer auf dem aktuellsten Stand sind“, so Modder.
Mobile Luftfilteranlagen kommen allenfalls als Ergänzung zum Lüften in Betracht. Darum habe das Kultusministerium ein Millionen-Paket geschnürt, aus dem auch mobile Luftfilter bezahlt werden können, wenn Schulleitungen und Schulträger das für nötig halten. Zudem könnten die Schulträger aber auch in Eigenverantwortung entscheiden, Luftfiltergeräte anzuschaffen.
Das Lüften sei aber weiterhin die wirksamste Methode, um die Klassen möglichst virenfrei zu halten. „Das hat sich in den Grundschulen bestätigt. Wir haben keine auffälligen Häufungen von Ansteckungen. Und es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass Bundesländer, die mobile Luftfiltergeräte einsetzen, bessere Werte haben“, so Modder. Im Übrigen gebe eine Vereinbarung zwischen dem Land und den kommunalen Spitzenverbänden, dass nur die Klassenräume genutzt werden dürfen, die ausreichend gelüftet werden können.
Viel wichtiger sei es, jetzt alle Kräfte auf das Testen zu konzentrieren. „Niedersachsen schreitet dabei voran. Die Testkampagne ist angelaufen. Wir bitten die Lehrkräfte, die Elternvertretungen auf allen Ebenen, das zu unterstützen und sind gerne zu Gesprächen bereit“, so Modder.
Dass die Ostfriesen-Zeitung sich Facebook-Einträge als Stimmungsbildung der Gesellschaft heranzieht, ist journalistisch mehr als zu hinterfragen, aber jetzt mit wüsten Beschimpfungen zu arbeiten, ist ein weiterer Tiefpunkt, meint Modder.