Beim Ubbo-Emmius-Gymnasium: „Der Akku bei allen ist leer“

In der Aula des Ubbo-Emmius-Gymnasiums: Schulleitern Ute Wieligmann (Mitte) mit den SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Laaken und Hanne Modder. Bild: Schröder
Leer – „Wir sind ganz gut durchgekommen. Aber der Akku bei allen ist leer. Wir hoffen auf ein Ende der Pandemie und begrüßen daher die Exit-Strategie des Landes, wenn die Situation es zulässt.“ Das meinte die Leiterin des Ubbo-Emmius-Gymnaisums (UEG) in Leer, Ute Wieligmann, bei einem Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Hanne Modder (Bunde) und Sascha Laaken (Ostrhauderfehn).

Die Angst durch den Ukraine-Krieg sei eine weitere Belastung für die Schülerinnen und Schüler. „Wir haben es derzeit mit zwei großen Krisen zu tun“, stimmten die beiden Abgeordneten zu. 
Das UEG ist im Plan des Landkreises Leer die „sanierungsbedürftigste Schule“ so Wieligmann. Sie erkannte im Gespräch mit den Abgeordneten, die auch Mitglieder des Kreistags sind, die Anstrengungen des Landkreises Leer an. „Die Kommunikation ist gut. Aber es fehlt einfach Personal, die Baufirmen und Handwerksbetriebe sind ausgelastet. Daher kommt es bei vielen Sanierungsprojekten immer wieder zu Verzögerungen“, so Wieligmann. Immerhin sei in den vergangenen Jahren einiges geschehen. So seien die Aula und das Dach des Nachbargebäudes fertig, Heizung, Physikräume und ein Aufenthaltsraum saniert sowie ein Aufzug eingebaut. Große Sorgen mache man sich aber weiterhin um die Fassaden von Alt- und Neubau. Die Abgeordneten wollen das Thema ansprechen, verwiesen aber darauf, dass viele Mitarbeiter der Landkreis-Verwaltung in der Bekämpfung der Corona-Pandemie tätig waren und sind – mit Folgen für alle Abteilungen der Verwaltung.  
Ein weiteres Problem der Schule, die mit 1320 Schülerinnen und Schüler und 105 Lehrkräften eine große Anziehungskraft hat, ist die Lehrerversorgung. „Wir sind trotz der Abordnungen unserer Nachbarn vom Teletta-Groß-Gymnasium immer noch unterversorgt. Das ist nicht gut. Ohne die Abordnungen des TGG wäre es noch viel schlechter“, so Wieligmann.

„Wir wünschen uns Kontinuität statt Wandel“

Dennoch sieht sie die Schule für die Zukunft gut aufgestellt. Eine Bitte hatte sie für die Abgeordneten: „Wir wünschen uns Kontinuität statt Wandel. Unser Schulsystem ist grundsätzlich gut. Wir müssen aber in Ruhe weiterarbeiten können“, so Wieligmann. „Den Wunsch können wir gut verstehen. Es gibt keine Absichten in der Landesregierung, das Schulsystem in Niedersachsen grundsätzlich zu reformieren. Wir müssten jetzt dafür sorgen, dass es gute ausgerüstete Schulen und vor allem auf dem Land genug Lehrkräfte gibt. Da ist noch genug zu tun“, so Modder und Laaken.